Rüden vs. Hündinnen: 5 echte Unterschiede, die du zu Hause und beim Spaziergang bemerkst
Von Urinmarken über Ziehen an der Leine bis zu rauem Spiel: 5 Alltagsunterschiede zwischen Rüden und Hündinnen.

Rüden wirken nicht nur scheinbar anders als Hündinnen – viele ihrer Alltagsgewohnheiten werden von Instinkten angetrieben, die sie auf ihre eigene Art bewegen, kommunizieren und Bindungen eingehen lassen. Wenn du dich schon einmal gefragt hast, warum dein Rüde aus einem einfachen Spaziergang eine komplette Erkundungsmission macht, bildest du dir das nicht ein.
1) Rüden hinterlassen bei jedem Spaziergang eine „unsichtbare Karte“
Das Beinheben dient nicht nur dazu, die Blase zu entleeren. Bei vielen Rüden ist es Kommunikation.
Urin trägt chemische Signale, die andere Hunde lesen können wie ein schwarzes Brett: wer hier war, wie reif er ungefähr ist und sogar Hinweise auf den allgemeinen Zustand und die Stimmung. Diese Duftbotschaften können sehr lange haften – lange genug, dass dein Hund Tage später an denselben Ort zurückkehrt, als würde er die Nachrichten aus der Nachbarschaft prüfen.
Testosteron verstärkt diesen Drang zum Markieren meist, weshalb er sich oft in der Pubertät intensiviert (viele Rüden beginnen etwa dann ernsthaft zu markieren, wenn die Hormone ansteigen). Und obwohl eine Kastration das Markieren oft deutlich reduziert, verschwindet es nicht immer vollständig. Wenn ein Hund ein Verhalten wiederholt geübt hat, kann ein Teil davon zur Gewohnheit werden – zu seiner Standardart, in der Welt „aufzutauchen“.
Den meisten Haltern ist nicht bewusst, dass ihr Hund, wenn er eine Stelle beschnuppert und dann direkt darüber markiert, im Grunde antwortet. Das ist nicht zufällig. Das ist sozial.
2) Ziehen an der Leine ist nicht nur schlechtes Benehmen – es ist Motivation
Wenn dein Rüde am Ende der Leine ankommt, als hätte er irgendwo Wichtiges zu tun, dann hat er in seinem Kopf wahrscheinlich tatsächlich ein Ziel.
Studien mit Tierheimhunden haben gezeigt, dass Rüden tendenziell mehr ziehen und eine höhere Leinenzugspannung erzeugen als Hündinnen, und das lässt sich nicht vollständig durch Größe oder Kraft erklären. Ein großer Teil davon ist Antrieb. Rüden stürmen oft eher nach vorn, um zu erkunden, was vor ihnen liegt, besonders wenn in der Nähe ein besonders interessanter Geruch ist.
Ein Geruch kann den Schalter besonders umlegen: eine läufige Hündin. Bei nicht kastrierten Rüden kann dieser Geruch den Fokus so stark verengen, dass es wirkt, als hätten sie ihr Training „vergessen“. Hier zeigt sich auch das plötzliche Ausbrecherverhalten – Buddeln, Zäune testen, durch Türen schießen –, weil der Drang, die Quelle zu finden, unglaublich stark ist.



